Miller Bier: Amerikanisches Bier mit Tradition

15.01.2016 11:40

1850 gründeten die Brüder Charles und Lorenz Best die Plank Road Brewery in Milwaukee. Fünf Jahre später kaufte der deutsche Auswanderer Frederick Miller die Brauerei für 2.300 Dollar und nannte sie in Milwaukee Brewery um.

Die Rohstoffe für das Bier kamen von den umliegenden Farmen und das Bier wurde in einem von den Best-Brüdern angelegten Höhlensystem fermentiert und gelagert. Gekühlt wurde es dort mit Eisblöcken.

In den 1880er Jahren führte Miller zahlreiche technologische Neuerungen ein: 1883 begann die Flaschenabfüllung, 1886 war Miller eine der ersten Brauereien weltweit, die Bier pasteurisierte, 1887 wurden mechanische Kühlsysteme eingeführt. Von da an konnte das Bier auch über Tage fermentieren und das ganze Jahr über produziert werden. Als Miller 1888 verstarb war die Brauerei mit einem Gesamtausstoß  von 300.000 Barrel pro Jahr bereits eine der zehn größten Brauereien in Amerika. Millers Söhne Ernest, Emil und Frederick sowie ihr Schwager Carl übernahmen das Unternehmen und benannten es in Frederick Miller Brewing Company um.

Ab 1947 begann das Unternehmen verstärkt zu expandieren und kaufte in den 1960er Jahren mehrere Brauereien auf und 1969 kaufe Philipp Morris Miller für 130 Millionen Dollar. In den folgenden Jahrzehnten führte Miller neue Biermarken ein und kaufte weitere Wettbewerber auf, um seine Position am Markt zu stärken.

2002 kaufte South African Breweries den Großteil der Miller-Anteile und gründete damit SAB Miller. Die zweitgrößte Brauereigruppe der Welt hat heute einen Gesamtausstoß von über 130 Millionen Barrel pro Jahr und hat Standorte in Albany, Chippewa Falls, Eden, Fort Worth, Irwindale, Milwaukee und Trenton.

Miller Bier Sorten und Innovationen

1903 kam die Marke „Miller High Life“ auf den Markt.

1904 wurden automatische Abfüllanlagen eingeführt, die die Produktion erheblich beschleunigten.

Währen der Prohibition in den USA verkaufte Miller nicht-alkoholische Getränke wie Soft Drinks und Malzextrakt.

1936 wurde Miller erstmals in Dosen abgefüllt. Und ab 1952 gab es das klassische „Six-Pack“.

1975 wurde die Marke „Miller Lite“ eingeführt und machte die Brauerei innerhalb von nur fünf Jahren zur zweitgrößten Brauerei in den USA. Miller war damit das erste Unternehmen, das ein Niedrigkalorie-Bier produzierte.

1982 wurde „Milwaukee’s Best“ eingeführt und 1986 kam „Miller Genuine Draft“ auf dem Markt.

Miller Genuine Draft, Spitzname MGD, entwickelte sich schnell zu einer der internationalen Top-Biermarken und wird heute in mehr als 60 Ländern verkauft. Das Bier wird in einem einzigartigen Cold-Filtered-Brauprozess hergestellt und nicht pasteurisiert. Dieses Verfahren macht es zu einem milden, leicht bekömmlichen Lager nach amerikanischer Art, das laut Miller wie ein frisch gezapftes Bier schmeckt. Der „Twist-off“-Verschluss erleichtert das Öffnen der Flaschen und spricht damit besonders eine junge, urbane Zielgruppe an.

Ursprünglich hieß das Bier „Miller High Life Genuine Draft“, da die Rezeptur die gleiche wie für „Miller High Life“ ist, es wird jedoch anders behandelt. Die Idee war, den Geschmack des nicht-pasteurisierten Fassbiers in eine Flasche oder Dose zu bringen. Der Namensteil „High Life“ wurde schon kurze Zeit später fallengelassen. Miller Genuine Draft hat 4,7 Prozent Alkohol. 

1999 gewann MGD beim World Beer Cup die Goldmedaille in der Kategorie „American-style Premium Lager“. 2003 wurde das Bier mit der Silbermedaille beim Great American Beer Festival ausgezeichnet. 


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