Mardi Gras – Fasching in New Orleans

17.02.2015 12:02

Mardi GrasMardi Gras kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt „Fetter Dienstag“. Er spielt  damit auf das bunte Leben und gute Essen vor Aschermittwoch und der beginnenden Fastenzeit an.

In Deutschland ist seit Weiberfastnacht die 5. Jahreszeit in vollem Gange. Egal ob nun Fasching, Karneval oder Fastnacht-  überall wird ausgelassen und bis spät in die Nacht hinein gefeiert, gelacht und getanzt. In den meisten Teilen der USA wird kein Karneval gefeiert, aber es gibt ein paar Ausnahmen. Vor allem im Süden des Landes ist der Karneval sehr lebendig. Besonders berühmt ist er in den Städten New Orleans und Mobile im Bundesstaat Louisiana: Mardi Gras. Jedes Jahr strömen zahlreiche Touristen nach New Orleans, um die bunten Umzüge zu sehen und auf Maskenbällen zu tanzen.

Die Geschichte des Mardi Gras

Mardi Gras hat seine Ursprünge im Mitterlalter in Europa. Über Rom und Venedig kam die Tradition nach Frankreich und von dort in die französischen Kolonien. 1699 kam der Entdecker Jean Baptiste Le Moyne Sieur de Bienville nach Amerika, und erreichte am Vorabend von Mardi Gras die Gegend nahe des heutigen New Orleans. Daraufhin benannte er das Stück Land „Pointe du Mardi Gras“. Bienville gründete 1902 auch „Fort Louis de la Louisiane“, die heutige Stadt Mobile, wo ein Jahr später die erste Mardi-Grad-Feier auf dem amerikanischen Kontinent stattfand. In New Orleans begann die Tradition erst gute 20 Jahre später.

1704 wurde in Mobile die erste geheime Gesellschaft, ein Vorläufer der heutigen Krewes, gegründet. 1718 gründete Bienville dann new Orleans und nur wenige Jahre später wurden dort bereits Prozessionsumzüge mit maskierten Personen, Wagen und Reitern abgehalten. 1856 formte sich die erste Krewe, die Krewe Comus, die bis heute existiert.

Als der Russische Großfürst Alexander Romanoff im Jahr 1872 New Orleans besuchte, wurde die Krewe Rex gegründet, um eine besonders spektakuläre Parade zu organisieren.  Seitdem wird jedes Jahr ein Mitglied der Organisation auserwählt Rex, also der Herrscher,  zu sein. Der Name wird immer erst am Mardi Lundi, also Faschingsmontag, bekanntgegeben.

Mardi Gras Traditionen

Die Traditionellen Farben des Mardi Gras in New Orleans sind lila, grün und gold. Diese 3 Farben sind eng mit der Katholischen Kirche verbunden und da Mardi Gras seinen Ursprung in der katholischen Kirche hat, werden auch hier diese Farben verwendet. Lila steht dabei für Gerechtigkeit, grün für die Glaube und gold für Macht. Angeblich wurden die Farben jedoch gewählt, um den Russischen Großfürsten Alexander Romanoff bei seinem Besuch zu ehren. Lila, grün und gold waren die Familienfarben der Romanoffs.

Die Mardi Grad Feierlichkeiten konzentrieren sich auf die zwei Wochen vor Mardi Gras, dem Fetten Dienstag (der Dienstag vor Aschermittwoch). An den Hauptfesttagen finden in ganz New Orleans mehrere bunte Paraden statt. Diese werden von den Karnevalsorganisationen, so genannten Krewes, organisiert. Die Mitglieder fahren auf Wagen bei den Umzügen mit und werfen verschiedene Dinge in die Zuschauermenge. Während in Deutschland bei den Umzügen hauptsächlich Süßigkeiten verteilt werden, sind die „throws“ in New Orleans etwas anders: Seit dem späten 19. Jahrhundert  fliegen hier Ketten aus bunten Perlen. Zunächst waren die Perlen noch aus Glas, mittlerweile sind sie aus Plastik oder Metall. Aber auch die Glasperlen feiern ein Comeback und sind heute sehr begehrt. Neben Kuscheltieren werden auch Dublonen geworfen. Diese Münzen aus Metall oder Holz zeigen das Logo der jeweiligen Krewe und haben sich mittlerweile zu begehrten Sammlerstücken entwickelt.


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