Jello-O – Götterspeise made in USA

07.08.2015 10:03

Jell-O ist so amerikanisch wie Apple Pie. Die Marke des Unternehmens Mondelez International ist in den USA und Kanada so bekannt, dass gelatinöse Nachspeisen (Götterspeisen) generell als Jell-O bezeichnet werden. Heute werden unter dem Namen Jello-O nicht nur Götterspeisen, sondern auch Puddings und backfreie Sahnetorten hergestellt und verkauft.

Gelatine ist schon seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Lange Zeit wurde sie in Form von Blättern verkauft. Diese musste man auflösen und klären, was ein sehr aufwendiger Prozess war. 1845 erhielt Peter Cooper, ein US-amerikanischer Industrieller und Erbauer der ersten dampfbetriebenen Lokomotive in den USA, das US-Patent für ein Gelatinepulver.

40 Jahre später kaufte Pearle B. Wait das Patent. Er und seine Frau fügten dem Pulver ab 1897 Geschmacksstoffe hinzu – die ersten Geschmacksrichtungen waren Erdbeere, Himbeere, Orange und Zitrone – und das Produkt bekam seinen heutigen Namen: Jell-O. Dieser kommt vom lateinisch/italienischen Wort „gelare“, was erstarren oder gefrieren heißt und da es damals modern war, erhielt das Wort noch ein O am Ende. Die Waits waren jedoch wenig erfolgreich mit ihrem Produkt und verkauften ihr Geschäft 1899.

Der neue Eigentümer, Francis Woodward, investierte zu Beginn des 19. Jahrhunderts viel Geld in Werbekampagnen, die behaupteten Jell-O sei die „berühmteste Nachspeise Amerikas“ oder „Amerikas Lieblings-Dessert“. Die Strategie ging auf: die Verkaufszahlen stiegen immens an und es kamen neue Geschmacksrichtungen wie Kirsche und Pfirsich hinzu. In den 1930er Jahren kamen gelierte Salate in Mode und so wurde Jell-O mit Limettengeschmack eingeführt, um die Zubereitung von Aspiken und Salaten zu vereinfachen. Die Salate wurden bis in die 50er so beliebt, dass deftigere Geschmacksrichtungen wie Sellerie, Italienisch oder Gemüsemischung zum Sortiment hinzugefügt wurden.

1974 wurde der Komiker Bill Cosby zur Werbeikone für Jell-O und blieb fast 30 Jahre lang das Gesicht der Marke. Er begleitete die Markteinführung unzähliger Produkte – sowohl Wackelpudding als auch Pudding.

Heute werden unter dem Namen Jell-O mehr als 158 verschiedene Produkte vertrieben. Allein in den USA werden pro Jahr rund 300 Millionen Packungen Jell-O verkauft.

Fun Facts zu Jell-O

Laut eines Experiments von Dr. Adrian Upton im Jahr 1974 ist Jell-O lebendig. Er verband einen Berg Jell-O mit einem EEG und die Götterspeise produzierte Alphawellen, die denen eines lebendigen und wachen Menschen ähnelten. Eigentlich wollte Dr. Upton damit nur beweisen, dass man sich nicht nur auf das EEG verlassen sollte, wenn man überprüft, ob eine Person noch am Leben ist oder nicht.

In dem Stummfilm „The Ten Commandments“ von 1923, der unter der Regie von Cecil B. DeMille gedreht wurde, wurde Jell-O benutzt, um den Effekt des geteilten Roten Meeres zu erzielen, als die Israeliten aus Ägypten entkamen.

Jello-O ist seit 2001 der offizielle State-Snack von Utah. Leonard M. Blackham brachte eine Resolution ein, die Jell-O als Lieblingssnack von Utah anerkennen sollte. Es gab nur zwei Gegenstimmen. Jell-O ist in Utah besonders bei den dort lebenden Mormonen beliebt – dadurch hat Utah den höchsten pro Kopf Verbrauch von Jell-O.

Ultimativer Party-Spaß: Jell-O-Shots

Für Jell-O-Shots wird ein Teil des Wassers beim Anmischen der Götterspeise durch Wodka ersetzt. Die fertige Masse wird in Schnapsgläser (meist aus Plastik) gefüllt. Die Herausforderung besteht dann darin, die durch Kühlung festgewordene Masse ohne Hilfsmittel wie Löffel etc. aus dem Becher herauszulösen und zu essen. Angeblich wurde diese Shot-Variante vom Sänger und Satiriker Tom Lehrer während seiner Militärzeit erfunden. Da alkoholische Getränke verboten waren, brachte er zu einer Weihnachtsfeier eben Jello-O mit Schuss mit.


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